Die Hörnbrücke bleibt ein Dauerproblem der Stadt Kiel. Seit über 240 Tagen ist die Brücke nun mal wieder außer Betrieb und ein Ende des Stillstands ist nicht in Sicht. Zwischen 2020 und 2025 wurden rund 1,5 Millionen Euro in Wartung und Reparaturen investiert, ohne dass eine dauerhaft verlässliche Lösung für die zentrale Querung zwischen Ost- und Westufer entstanden ist.
Für zusätzliche Einschränkungen sorgen die derzeitigen Bedingungen der Behelfsbrücke. Die aktuell unregelmäßigen und deutlich längeren Öffnungszeiten der Behelfsbrücke führen zu fehlender Planbarkeit. Insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bedeutet der Umweg rund um die Hörn einen deutlichen Zeitaufwand auf ihrem Weg von A nach B.
Hinzu kommt das auf der schmalen Behelfsbrücke geltende Radfahrverbot. Da sich nicht alle Radfahrende oder E-Scooter-Fahrende daran halten, kommt es regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Doch selbst, wer sein Rad vorschriftsmäßig schiebt, stößt an Grenzen: Die Behelfsbrücke ist schlicht viel zu eng für das enorme Aufkommen an Menschen auf der Brücke.
„Dass die Brücke nicht für die Ewigkeit gebaut wurde, ist allen klar, denn die Lebenserwartung des Klappbauwerks beträgt rund 30 Jahre“, erklärt die stellvertretende JU-Kreisvorsitzende Sophie Hennecke. „Da sich die Ausfalltage in den letzten Jahren jedoch massiv summiert haben, hätte die Stadt Kiel deutlich früher eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben müssen. Hier wurde wertvolle Zeit verschlafen.“.
Die Hörnbrücke ist die zentrale Verbindung zwischen Ost- und Westufer und wird täglich von vielen Fußgängern, Radfahrern sowie Fahrgästen der Color Line genutzt. Mit dem weiteren Wachstum der Stadt in unmittelbarer Nähe der Brücke, unter anderem durch neue Wohnquartiere in der Kai City und mit den Werftterrassen, wird die Bedeutung der Brücke weiter steigen. Auch die städtische Verkehrsplanung setzt verstärkt auf Fuß- und Radverkehr.
Nun steht die Kieler Woche vor der Tür. Das Sicherheitskonzept sieht für die Behelfsbrücke eine Einbahnstraßen-Regelung oder temporär sogar eine vollständige Sperrung vor.
„Natürlich hat Sicherheit oberste Priorität, das steht außer Frage“, so Hennecke weiter. „Für viele Anwohnende bedeutet das aber: Wer nach Hause will, muss sich erst rund um die Hörn durch das Gedränge des Kieler-Woche-Jahrmarkts schlängeln. Das bedeutet Umwege, Zeitverlust und Stress auf dem Heimweg.“
Die JU-Kreisvorsitzende Anna Goerlach stellt abschließend klar: „Wir als Junge Union Kiel erwarten, dass das Ergebnis der Machbarkeitsstudie nun zügig präsentiert wird. Die Menschen in Kiel sowie die betroffenen Verkehrsakteure brauchen endlich Transparenz und eine klare Perspektive. Aus unserer Sicht ist klar: Kiel braucht eine neue, funktionale und verlässliche Brücke an gleicher Stelle, die den Anforderungen des Rad- und Fußverkehrs dauerhaft gerecht wird und ausreichend Platz für alle bietet. Vom neuen Oberbürgermeister kann die Stadtgesellschaft zurecht erwarten, dass noch in dieser Amtszeit ein Neubau errichtet und eröffnet wird.“

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